Weltrekord -120m No Limit-------------------------------------- 1. 7. 2001 Attersee

Als die Boote um 12:10 Uhr in Burgau am Attersee ablegten, um zum Tauchplatz zu fahren, hingen dunkle Wolken am Himmel. Aufkommender Wind hat dann einen ersten Anlauf gestoppt, da die Boote in den flachen Bereich des Sees abgetrieben sind. Ein starker Platzregen zehrte dann noch zusätzlich an denn Nerven, so dass ich mit dem Gedanken spielte das Vorhaben abzubrechen. Doch dann verbesserte sich das Wetter und die Vorbereitungen für den Tauchgang liefen wie geplant.

Der Tauchschlitten wurde zu Wasser gelassen, und eine Videokamera daran montiert. Die in ein druckfestes Spezialgehäuse verpackte Mini-DV begleitet mich auf dem Weg in die Tiefe und dient so als Beweismittel. Als alle Sicherungstaucher im See auf ihren Einsatz warten, ließ ich mich vom Boot ins Wasser gleiten. Der Tauchschlitten hat ein Gewicht von 40 kg. Ich hielt mich daran fest und kontrollierte mehrmals die Mechanik.

Die alte Rekordmarke lag bei -112m. Ein Konkurrent hatte die 110m vom vergangenen Jahr überboten, jetzt war ich wieder am Zug. Der Countdown lief. Meine Sicherungstaucher begaben sich unter Wasser und nahmen die abgesprochenen Positionen am Seil ein. Bis in -60m Tiefe werde sie mich begleiten, den Rest muss ich alleine zurücklegen.

Die völlig durchnässten Zuschauer und Journalisten sahen gespannt mit an wie ich nach einem letzten Atemzug im See verschwand. Auf dem Weg nach unten vibrierte das Führungsseil, an diesem Geräusch kann man mit etwas Erfahrung die Geschwindigkeit ableiten, im Schnitt ca. 2m pro sec. An meinem Gefährt ist zwar eine Lampe in Kopfhöhe montiert, ich habe aber nicht vor meine Augen zu öffnen.

Nach 1min 30sec war die Fahrt zu Ende. -120 Meter sind erreicht, neuer Weltrekord im See. Die Wassertemperatur liegt hier unten bei 2 Grad, nur unter diesem gewaltigem Druck ( 13 Bar ) kann Wasser so kalt werden. Meine Lunge, mit 10 Litern Luft gefüllte, ist faktisch leer. Der Puls fällt unter 30 Schläge in der Minute.

Die Taucher am Seil warten auf meine Rückkehr und blicken in die dunkle Tiefe. Mit geschlossenen Augen aktiviere ich den Hebesack, der mich wieder zurück an die Wasseroberfläche bringen wird. Erst hatte mich der schwere Schlitten in die Tiefe gerissen, jetzt zerrte mich der mit Luft gefüllte Hebesack dem Licht entgegen.

In 20m Tiefe liess ich wie immer den rasend schnellen Fahrstuhl los und zog mich langsam am Seil hoch. Der Druckabfall vom meinem Körper kann dann schonender vonstatten gehen. Mit geballter Faust durchbrach ich dann die Wasseroberfläche und jubelt sofort los. 3min lang war ich im See verschwunden.