Weltrekord -117m Variables Gewicht--- - 1. 9. 2001 Safaga ( Rotes Meer )  
 

4 Jahre hat die Weltbestmarke des italienischen Superstars Pelizzari gehalten. Die Disziplin „Variabel“ gilt als sehr anspruchsvoll. So muss der Apnoe - Taucher nicht nur den steigenden Wasserdruck auf dem Körper ausgleichen, in 117m sind das etwa 13 bar, auch der Aufstieg zurück zur Oberfläche ist ein buchstäblicher Kraftakt, vergleichbar mit einem 100 m Lauf, jedoch unter Wasser und ohne zu atmen.

Seit März hatte ich mich gezielt und professionell auf diesen Tauchgang vorbereitet. Überwiegend im österreichischen Attersee. Noch reichten die finanziellen Mittel nicht aus, um das nötige Training ausschließlich im Meer durchzuführen.

Am 21. August reiste ich nach langer Vorbereitung am Attersee nach Ägypten ans Rote Meer. Das Luftfahrt-Unternehmen LTU hat sämtliche Flugscheine kostenlos zur Verfügung gestellt, um das Rekord-Projekt zu unterstützen. Begleitet wurde ich von den Sicherungstauchern aus dem Tauchsportclub Plattling, dem Tauchmediziner Dr. Urs Braumandl, zwei offiziellen Schiedsrichtern vom int. Freitauchverband AIDA und einigen Journalisten.Da es in Ägypten keine Möglichkeit gibt einen Dopingtest zu organisieren, wurden dann auch noch zwei Kontrolleure aus Deutschland eingeflogen.

Vor Ort in Safaga wurde bereits alles Nötige von der Tauchbasis Orca vorbereitet, die für das Training und den Rekordversuch eigens ein Boot mit Spezialausrüstung zur Verfügung gestellt haben. Da die äußeren Bedingungen im Roten Meer bedeutend besser sind als im kalten See, machte ich schnell Fortschritte. An jedem Tag wurde das Panoramariff angefahren, ein Tauchplatz der vor allem eines bot, nämlich ausreichende Tiefe.

Auch am 1. September waren die Bedingungen ideal. Während ich mich um auf dem Sonnendeck des Bootes ungestört das Yoga und Gymnastik Programm zu absolvieren, wurde die Tieftauchanlage von meinen Team ins Wasser gebracht. Das Führungsseil, zuvor von den beiden Juroren Schiedsrichtern exakt auf eine Länge von 117 Metern vermessen, wurde mit einem Grundgewicht von 50 kg hinab gelassen.

Alles war bestens vorbereitet, als ich mich um 11:20 Uhr vom Boot ins Wasser gleiten ließ. Nach einigen Atemübungen stellte ich mich auf den Tauchschlitten, die Sicherungstaucher versammelten sich vor mir und tauchten auf mein Zeichen hin ab. Ein Countdown von 8 Minuten begann abzulaufen. Diese Zeit würde der Sicherungstaucher Manfred Führmann benötigen um bis auf die max. Tiefe von 117m zu tauchen. Als die letzten 30 sec. angezählt wurden, begann ich schluckartig meine Lunge mit Luft zu füllen. Eine Technik die in der Szene als „packing“ bezeichnet wird und es ermöglicht ca. 20% mehr Luft aufzunehmen.

Um 11:42 Uhr löste ich den Tauchschlitten aus und verschwand im Meer. Das Führungsseil begann wie gewohnt zu vibrieren. Wie bei allen meinen Tauchversuchen gaben mir die Sicherungstaucher ein akustisches Signal wenn ich bestimmte Tiefen passiert hatte. Da ich die Augen geschlossen hielt, war dieses Signal die einzige Orientierung auf dem Weg in die Tiefe. Nach 1 min 40 sec. war das schier endlose Fallen vorbei. Der Schlitten ist in 117m Tiefe, am Ende des Seils aufgeschlagen.

Ich machte mich sofort an den Aufstieg. Erst die Tiefenmesser und die Kamera am Tieftauchschlitten würden später beweisen, das ich die Rekordtiefe erreicht hatte. Aber noch hatte ich den Weltrekord nicht in der Tasche. Ein 117m langer Rückweg lag noch vor mir. Ich hangelte mich Meter um Meter am Seil zurück, dem Licht entgegen. Nach exakt 3min. 16.sec. durchbrach ich die Wasseroberfläche, atmet einige male konzentriert durch und riss die Faust hoch, um allen zu zeigen daß es geschafft ist. Jubel und Beifall brachen los, den der Weltrekord des italienischen Superstars Umbero Pelizzari wurde von einem Oberpfälzer gebrochen.