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Jahre hat die Weltbestmarke des italienischen Superstars Pelizzari
gehalten. Die Disziplin „Variabel“ gilt als sehr
anspruchsvoll. So muss der Apnoe - Taucher nicht nur den steigenden
Wasserdruck auf dem Körper ausgleichen, in 117m sind
das etwa 13 bar, auch der Aufstieg zurück zur Oberfläche
ist ein buchstäblicher Kraftakt, vergleichbar mit einem
100 m Lauf, jedoch unter Wasser und ohne zu atmen.
Seit
März hatte ich mich gezielt und professionell auf diesen
Tauchgang vorbereitet. Überwiegend im österreichischen
Attersee. Noch reichten die finanziellen Mittel nicht aus,
um das nötige Training ausschließlich im Meer durchzuführen.
Am
21. August reiste ich nach langer Vorbereitung am Attersee
nach Ägypten ans Rote Meer. Das Luftfahrt-Unternehmen
LTU hat sämtliche Flugscheine kostenlos zur Verfügung
gestellt, um das Rekord-Projekt zu unterstützen. Begleitet
wurde ich von den Sicherungstauchern aus dem Tauchsportclub
Plattling, dem Tauchmediziner Dr. Urs Braumandl, zwei offiziellen
Schiedsrichtern vom int. Freitauchverband AIDA und einigen
Journalisten.Da
es in Ägypten keine Möglichkeit gibt einen Dopingtest
zu organisieren, wurden dann auch noch zwei Kontrolleure aus
Deutschland eingeflogen.
Vor
Ort in Safaga wurde bereits alles Nötige von der Tauchbasis
Orca vorbereitet, die für das Training und den Rekordversuch
eigens ein Boot mit Spezialausrüstung zur Verfügung
gestellt haben. Da die äußeren Bedingungen im Roten
Meer bedeutend besser sind als im kalten See, machte ich schnell
Fortschritte. An jedem Tag wurde das Panoramariff angefahren,
ein Tauchplatz der vor allem eines bot, nämlich ausreichende
Tiefe.
Auch
am 1. September waren die Bedingungen ideal. Während
ich mich um auf dem Sonnendeck des Bootes ungestört das
Yoga und Gymnastik Programm zu absolvieren, wurde die Tieftauchanlage
von meinen Team ins Wasser gebracht. Das Führungsseil,
zuvor von den beiden Juroren Schiedsrichtern exakt auf eine
Länge von 117 Metern vermessen, wurde mit einem Grundgewicht
von 50 kg hinab gelassen.
Alles
war bestens vorbereitet, als ich mich um 11:20 Uhr vom Boot
ins Wasser gleiten ließ. Nach einigen Atemübungen
stellte ich mich auf den Tauchschlitten, die Sicherungstaucher
versammelten sich vor mir und tauchten auf mein Zeichen hin
ab. Ein Countdown von 8 Minuten begann abzulaufen. Diese Zeit
würde der Sicherungstaucher Manfred Führmann benötigen
um bis auf die max. Tiefe von 117m zu tauchen. Als die letzten
30 sec. angezählt wurden, begann ich schluckartig meine
Lunge mit Luft zu füllen. Eine Technik die in der Szene
als „packing“ bezeichnet wird und es ermöglicht
ca. 20% mehr Luft aufzunehmen.
Um
11:42 Uhr löste ich den Tauchschlitten aus und verschwand
im Meer. Das Führungsseil begann wie gewohnt zu vibrieren.
Wie bei allen meinen Tauchversuchen gaben mir die Sicherungstaucher
ein akustisches Signal wenn ich bestimmte Tiefen passiert
hatte. Da ich die Augen geschlossen hielt, war dieses Signal
die einzige Orientierung auf dem Weg in die Tiefe. Nach 1
min 40 sec. war das schier endlose Fallen vorbei. Der Schlitten
ist in 117m Tiefe, am Ende des Seils aufgeschlagen.
Ich
machte mich sofort an den Aufstieg. Erst die Tiefenmesser
und die Kamera am Tieftauchschlitten würden später
beweisen, das ich die Rekordtiefe erreicht hatte. Aber noch
hatte ich den Weltrekord nicht in der Tasche. Ein 117m langer
Rückweg lag noch vor mir. Ich hangelte mich Meter um
Meter am Seil zurück, dem Licht entgegen. Nach exakt
3min. 16.sec. durchbrach ich die Wasseroberfläche, atmet
einige male konzentriert durch und riss die Faust hoch, um
allen zu zeigen daß es geschafft ist. Jubel und Beifall
brachen los, den der Weltrekord des italienischen Superstars
Umbero Pelizzari wurde von einem Oberpfälzer gebrochen.