Weltrekord -110m No Limit -------------------------------------1. 7. 2000 Attersee  

Ein Tross aus Helfern, Zuschauern und Journalisten versammelte sich am 1. Juli an der Tauchbasis Lorenc in Burgau, um dem Weltrekordversuch beizuwohnen.

Boote wurden zu Wasser gelassen, Tauchgeräte der Sicherungstaucher für den Einsatz vorbereitet, und das Führungsseil von den offiziellen Beobachtern des Int. Freitauchverbandes vermessen und markiert. Ich hatte mich währenddessen zurückgezogen, um mich ungestört auf den bevorstehenden Tauchgang mit Yoga und Gymnastik vorzubereiten.

Um 11:30 Uhr legte das Boot mit der Tieftauchanlage ab, und fuhr gefolgt vom Boot der Sicherungstaucher, dem Rettungsboot der DLRG Blaibach, einem Presseboot und weiteren Booten von Zuschauern, zum Tauchplatz. Der Tauchschlitten wurde vorbereitet und eine Video – Kamera daran montiert, die den gesamten Abstieg dokumentieren sollte. Die Spezial-Kontaktlinsen wurden eingesetzt. Eigens für mich entwickelt und von der Firma Bausch & Lomb in Auftrag gegeben, hat sich der Einsatz dieser Sehhilfen bereits bei vergangenen Rekordtauchgängen bewährt. Ich trug lediglich eine Schwimmbrille, die mit Wasser gefüllt ist als Schutz vor Kälte in der Tiefe.

Nach einem Vorbereitungstauchgang, den ich obligatorisch auch bei allen Trainingstauchgängen ohne das zusätzliche Gewicht in -40m durchführte, kletterte ich auf meinen Tauchschlitten. Alle Sicherungstaucher hatten sich bereits vor mir versammelt und warteten auf sein Zeichen, um am Seil die besprochene Position einzunehmen.

Gutes Timing war gefragt. Der Mischgastaucher Ralf Haslinger, bekannt geworden durch seine Erstbetauchung von Höhlensystemen, an diesem Tag der Sicherungstaucher auf max. Tiefe, kann nur wenige Minuten in -110m Tiefe verbringen, bevor er den Aufstieg antreten muss.

Wie geplant löste ich die Bremse meines Tauchschlittens exakt drei Min. nachdem der letzte Taucher von der Wasseroberfläche verschwunden war. Der Tauchschlitten beginnt nur langsam an Fahrt zu gewinnen, wird dann aber immer schneller auf dem Weg in die Tiefe. Nach 1 min und 47 sek. endet die Fahrt abrupt. Ich bin am Ziel.

Auch die Zurückgebliebenen an der Wasseroberfläche bemerkten den kräftigen Ruck am Seil, der sich wie immer auf das gesamte Boot übertrug. Der Rückweg wird zur Triumphfahrt. Nach 2min 45sec ist es Gewissheit, ich bin an diesen Tag tiefer getaucht als alle vor mir.