Ein Anfang 

Ein Jahr liegt nun mein letzter Eintrag zurück. Nicht das etwa mein PC den Geist aufgegeben hätte, oder gar der Tumor mich dahingerafft hat. Nein, wann immer mich etwas sehr beschäftigt, tritt alles andere aus meinem Blickfeld. Das war schon als Taucher so und setzt sich nunmehr in einer neuen Passion fort. Seit etwa einem Jahr beschäftige ich mich sehr intensiv mit Fotografie.

Nicht ganz jungfräulich, denn Kameras haben mich in den letzten Jahren immer mal wieder beschäftigt. Angefangen von der eigenen Spiegelreflex vom ersten Selbstverdienten, über die erste Unterwasserkamera, bis hin zu den zahlreichen Fotografen die ich in der „prominenten“ Phase meiner Taucherkarriere kennen lernen durfte.

Die aufregenden Fotoproduktionen für Magazine und Zeitungen die vor oder nach einem Weltrekordtauchgang Abwechslung in meinen Trainings-alttag brachten, haben mir einen Einblick in die Vorgehensweise eines Fotoprofis gegeben. Leider fehlte mir damals die Zeit, selbst auf Motivjagd zu gehen. Tragischerweise änderte sich das nach dem Unfall im Roten Meer schlagartig, doch nun fehlten, halbseitig gelähmt, die motorischen Fähigkeiten eine Kamera zu bedienen.

Priorität in dieser Zeit hatte natürlich, vieles an verloren gegangener Motorik wieder zu erlangen. Ich bin als Pflegefall im Rollstuhl gestartet und habe letztlich zwei Halbmarathonläufe bestritten. Doch vor allem die noch vorhandenen Lähmungen im rechten Arm machen das eigentliche Ziel, die Rückkehr in den erlernten Beruf des Holzbildhauers, unmöglich.

Nach der Tumoroperation im letzten Jahr hab ich mir eine neue Kamera zugelegt, die mich zwingt mit beiden Händen zu arbeiten. Das gelingt auch Erstaunlicherweise sehr gut. Ich hab mich dem hiesigen Fotoclub angeschlossen und fortan versucht meine Fähigkeiten auszubauen.

Eine Bildidee umzusetzen, die optimale Perspektive und den passenden Bildausschnitt zu finden, mit Blende, Verschlusszeit, Brennweite und Licht zu spielen, beschert mir Momente in denen ich meine Behinderung völlig vergesse. Es ist für mich die Möglichkeit wieder kreativ zu arbeiten. Erste Erfolge bei Wettbewerben geben mir Selbstbestätigung, Motivation und die Gewissheit auch mit Nichtbehinderten konkurrieren zu können.

Fotografie beschäftigt mich wie zuvor der Freitauchsport. Was sich vor einiger Zeit als mögliche Perspektive darstellte, nimmt konkretere Formen an.

Eine neue Web-Site ist entstanden, erste Auftragsarbeiten sind erledigt und vor wenigen Wochen wurden einige meiner Arbeiten ausgestellt.

Aller Anfang ist schwer, diesen Grundsatz habe ich schon in so vielen Bereichen meines Lebens erfahren. Meine bisher erreichten Ziele lassen mich sehr positiv in die Zukunft blicken.

Wer nun neugierig geworden ist kann sich hier etwas umschauen.

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