| 21km
zweiter Versuch.
In
zwei Wochen wird es sich zeigen, ob das kontinuierliche Lauftraining
über den Sommer hinweg erfolgreich war. Ich will am 3.10.
in Nürnberg mitlaufen und wieder ist es die Halbmarathon
Distanz. Nach dem ich in München nach 3:05:15 ins Ziel kam,
wird der 21km Stadtlauf in Nürnberg offiziell nach 3 Stunden
beendet. Noch vor Zielschluss anzukommen wird also nun meine ganz
persönliche Herausforderung.
Nach
dem Kraftakt in München am 29. Juni pausierte ich zwei Wochen,
schmiedete aber schon wieder neue Pläne für einen weiteren
Versuch. SportScheck organisiert Stadtläufe in ganz Deutschland,
meine erste Wahl war dann der Halbmarathon in Nürnberg, denn
der Termin Anfang Oktober gab die Möglichkeit mich ausreichend
vorzubereiten.
Die
ersten Trainingsläufe waren sehr mühsam, und lange Zeit
war es mir ein Rätsel wie ich diese 21km von München
durchhalten konnte. Mir schien es als müsste ich wieder von
ganz vorne anfangen. Die stetig steigenden Temperaturen während
der Trainingsläufe machten mir zu schaffen. Meine gewohnte
Laufstrecke führt über Wiesen und Felder Schatten ist
da Fehlanzeige. Nur die eigene Silhouette, die sich vor mir am
Boden abzeichnet, ist allgegenwärtig.
Motivierendes
Schattenspiel
Schon
immer war es mein Schatten den ich akribisch beobachtete um auf
die Körperhaltung, den Laufrhythmus und etwaige motorische
Fehler Rückschlüsse ziehen zu können. Und auch
wenn es sich immer noch nicht so anfühlt, das Bild auf dem
Boden ist das Bild eines Läufers. Je länger ich laufe
umso perfekter wird es.
Während
des ersten Kilometers werde ich arg von Spastiken der rechten
Körperhälfte gebeutelt. Erst wenn diese Muskelgruppen,
die noch nicht koordiniert arbeiten, müde werden harmonisiert
sich das Bewegungsbild. Schrittfolge, Schulter und Armbewegung
passen dann zusammen. Das ist die erhebende Phase während
der Läufe die all den Schweiß und die Mühen vergessen
macht. Manchmal möchte ich dann nicht aufhören zu laufen
weil mich das nahezu perfekte Schattenbild so in Verzückung
versetzt.
Ich
habe gelegentlich noch Schmerzen in der rechten Schulter, so dass
ich sie nach wie vor mit einer Armschlinge aus Gummi entlasten
muss. Die Gewichtsentlastung lässt sich mit der Länge
der Schlinge dosieren, mein Ziel ist es nach und nach auf das
Hilfsmittel verzichten zu können. Allerdings ist diese Überlastung,
vor allen der Bizepssehne, die ich mir im Juni zugezogen habe
hartnäckiger als erwartet. Eine handelsübliche Schultermanschette
aus flexiblem Neopren stabilisiert die Schulter noch zusätzlich.
Stärker
als bei der Vorbereitung zum ersten Halbmarathon bestimmt die
Herzfrequenz mein Training. Stieg der Puls noch vor einigen Monaten
unaufhaltsam in Schwindel erregende Höhen und verbleibt da
bis zur Erschöpfung, so hat sich die Grundausdauer durch
die Pulskontrolle bis heute deutlich verbessert.
Die
vergangenen 10 Wochen bin ich regelmäßig an jedem zweiten
Tag gelaufen. Wochentags zwischen 5 und 7.5km, meist am Sonntag
dann die längsten Läufe 10-15km. Ein Wochenpensum also
bis zu 32km. Daß es dabei nicht zu deutlichen Überlastungserscheinungen
kommt ist fast ein Wunder. Bis auf die Schulter bin ich beschwerdefrei
und das ist eher die Ausnahme nach einem Schlaganfall, wie ich
von anderen Patienten häufig zu hören bekomme.
Grund
dafür dürfte das ausgedehnte Dehnprogramm sein das ich
vor und nach den Trainingseinheiten durchführe. Das ist zwar
sehr zeitaufwändig aber Schmerzen die ich noch vor einem
Halben Jahr, nach längeren Distanzen, in der Hüfte hatte
sind verschwunden. Weil das Hüftgelenk durch die Lähmungen
nicht mehr ausreichend durchbewegt wird kann es in spätern
Jahren zur Artrose kommen. Wer will schon ein Hüftgelenk
aus Titan? Doch nur der Terminator :-)
Ich
schaffe
immer noch nicht auf dem Rechten Bein zu springen, das gelingt
nur im Wasser, wenn die Schwerkraft abgeschwächt wird. Der
Fuß lässt sich Allerdings immer öfter auf der
Ferse aufsetzen, rollt dann ab und nur der Absprung fehlt noch.
Das bleibt nach wie vor mein Traum, wie weit er sich verwirklichen
lässt wird sich zeigen.
Bis zum Start in Nürnberg werde ich nun die Intensität
der Trainingsläufe etwas zurücknehmen, damit ich möglichst
erholt und mit vollen Batterien den Habmarathon angehen kann.
Lust
auch mit zu laufen? Hier
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