10 sind nicht genug!!!

Am 27. Juni 04 werden ich beim Münchner Stadtlauf an den Start gehen. Waren ursprünglich nur 10km geplant, habe ich mich kurzer Hand ( im Größenwahn :-) entschlossen beim Halbmarathon mitzulaufen.

Motiviert durch die erfreulichen Trainingsfortschritte und angestachelt von meinem Freund Dr. Urs Braumandl ( Vienna City Marathon 04 Finisher / 3:19:45) und meinem Bruder Alexander Franz ( Regensburg Marathon 04 Finisher / 3:54:40 ).

Die beide haben mir versprochen bei meinem Debüt Auftritt die eigenen läuferischen Ambitionen in den Hintergrund zu stellen, um mich am Ende des Feldes zu begleiten. Sollte ich es bis ins Ziel schaffen, werde ich laut Vereinbarung auch nicht als letzter in den Ergebnislisten erscheinen.

Zwar sind meine Frau Birgit und ich die 21km noch nie gelaufen, aber das ist auch nicht in unseren Trainingplan ( Runners World ) vorgesehen. Es wird sich erst in München herausstellen ob wir die Halbmarathon-Distanz durchhalten. Ich kann leider motorisch bedingt, nur eine gleich bleibend langsame Geschwindigkeit laufen. Siehe rechts das Video. Sobald ich das Tempo forciere, habe ich Mühe mich nicht auf die Nase zu legen. Also scheiden die im Plan geforderten Steigerungsläufe für mich leider aus.

Wie das Video, das vor 3 Wochen entstanden ist zeigt, ist „Laufen“ bei mir immer noch keine runde Sache. Aber es ist deutlich harmonischer als noch vor 2 Monaten. Grund dafür ist natürlich der Trainingseffekt und die gezielten Koordinationsübungen während der Therapie in Kötzting.

Auch mein rechtes Sprunggelenk macht Fortschritte. Zwar gelingt mir das Abspringen, wie es beim schnellen Laufen notwendig wird, nur im Wasser, aber immer deutlicher spüre ich einen schwachen Abdruck. Leider zieht die allgegenwärtige Spastik die rechte Fußspitze nach innen, oft kann ich gegensteuern, aber auch nicht selten gerate ich so ins Stolpern.

Der rechte Arm pendelt zwar annähernd physiologisch richtig mit, aber durch das gestiegene Laufpensum kommt es immer noch gelegentlichen zu Schmerzen in der Schulter. Ursache ist die verkrampfte Arm-Haltung, ähnlich die eines Läufers der einseitig eine schwere Hantel mitschleppt. So werden zum Beispiel die Muskelgruppen am Schulterblatt überlastet. Mit gezielten Massagen und Dehnungsübungen versucht dann die Ergo Therapeutin in der Klinik eben diese Verspannungen wieder zu lockern.

Gleichermassen beeindruckend und beängstigend, die große Masse der Teilnehmer an den Stadtläufen in München. Wenn ich auf einem freien Wiesen- und Waldgelände in Willmering meine Trainings-Runden drehe bin ich nahezu allein auf weiter Flur. Am 27. Juni werden vermutlich mehr als 10 000 Läufer an den Start gehen.

Ob ich mit dieser Situation klar komme werden wir sehen. München ich komme!

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Koordination ist alles, minimale Bewegungen maximaler Schweißausbruch.
Das Zusammenspiel von Brustmuskel ( Pectoralis ) und Schulterblatt ist durch die Lähmungen gestört. Die Schulter wird nach vorne gezogen in die sog. Innenrotation. Die Ergo-Therapeutin Olivia Mitterer versucht das zu korrigieren.
Beim Massenstart mit dabei, doch schon nach wenigen Kilometern wird sich die Spreu vom Weizen trennen. Meine Devise: Dabei sein ist alles.